Tai Shani
M.I.A.S.M.A.

In Zeiten kollektiver Trauer angesichts der miteinander verflochtenen Zerstörung von Umwelt und Leben gewinnt Tai Shanis Installation, die eine Neuinterpretation der zentralen griechischen Tragödie Antigone entwirft, besondere Dringlichkeit. Die Adaption konzentriert sich auf die 'Unbetrauerbarkeit' des Leichnams von Polyneikes als Sinnbild für all jene, denen in gegenwärtigen 'Deathworlds' das Recht auf Trauer entzogen wird.

Für die Kunsthalle Bern entwickelt Tai Shani eine neue ortsspezifische Ausstellung, die um eine monumentale Wandskulptur als fiktives archäologisches Fragment konzipiert ist. Unter Einbezug von Referenzen an neolithische Architektur, ägyptische Soul Houses, mittelalterliche Ornamentik, Bauhaus-Ästhetik, japanischen Postmodernismus und spekulative Futurismen verbindet die Arbeit unterschiedliche historische und imaginierte Zeitlichkeiten in einem einzigen räumlichen Gefüge. In die Struktur eingeschrieben ist ein Chor komponiert von Aga Ujma, der durch zwölf Figuren aktiviert wird. Ergänzt wird die Ausstellung durch Gemälde, eine Installation aus Glasmasken, sowie eine Skulptur im Garten der Kunsthalle Bern, die den Ausstellungsraum weiter ausdehnt. Ausgehend von den Figuren und Chören der Antigone untersucht Shanis Projekt Formen kollektiver Stimme, Ritual und Transformation in einem komplexen Zusammenspiel von Klang, Bild und Architektur.

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