Die Arealplanung für das Museumsquartier nimmt Fahrt auf
Die fünf Projektteams des städtebaulichen Studienauftrags stehen fest. Bis Ende 2026 entwickeln sie Vorschläge, wie das Museumsquartier als bedeutendes Kulturareal nachhaltig gestärkt werden kann.
Ende 2025 hat das Museumsquartier gemeinsam mit der Burgergemeinde Bern, der Stadt und dem Kanton Bern einen städtebaulichen Studienauftrag mit Projektvertiefungen ausgeschrieben. Damit soll ein langfristiges städtebauliches und räumliches Zielbild für das Museumsquartier erarbeitet und für alle Beteiligten als verbindliche Handlungsanleitung für die künftige Infrastrukturentwicklung festgelegt werden.
40 Teams aus diversen europäischen Ländern haben sich in der Präqualifikationsphase für die Teilnahme am Projekt beworben. Nun hat die Jury unter der Leitung des Vereinspräsidenten Bernhard Pulver fünf Planungsteams ausgewählt, die bis Ende Jahr konkrete Projektvorschläge für das Museumsquartier erarbeiten. Die Teams verbinden bekannte Namen aus den Bereichen Städtebau, Architektur, Landschaftsarchitektur und Museumsplanung:
- Staab Architekten / Atelier Loidl / Holzer Kobler Architekturen (Berlin / Zürich)
- pool Architekten / S2L / Sibylle Lichtensteiger (Zürich)
- GWJ Architektur / Barozzi Veiga / ORT für Landschaftsarchitektur / Bellprat Partner (Bern / Chur / Barcelona / Zürich)
- Vécsey Schmidt Architekten / noAarchitecten / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau (Basel / Brüssel / Zürich / St. Gallen)
- Platzhalter Studio für Städtebau / Akkurat Bauatelier / nux Landschaftsarchitektur /Atelier Marcel Hegg (Nachwuchsteam, Bern / Thun / Thalwil / Biel)
Integraler Bestandteil der städtebaulichen Studie sind Projektvertiefungen für einen Museumsgarten als identitätsstiftendem Aussenraum, sowie für Neubauten und Erweiterungen des ALPS Alpines Museum der Schweiz, des Naturhistorischen Museums Bern und des Museums für Kommunikation. Im Zentrum steht dabei immer auch das Erlebnis für die Besuchenden. Bernhard Pulver, Präsident des Vereins Museumsquartier Bern, sagt: "Die Museen haben sehr unterschiedliche Ursprünge, Trägerschaft und Profile. Das macht die Aufgabe anspruchsvoll, gleichzeitig aber auch sehr spannend."
Das Siegerprojekt wird voraussichtlich Ende 2026 gekürt und Anfang 2027 bekanntgegeben. Für die Realisierung des Siegerprojektes hat die Burgergemeinde Bern bereits 2025 eine Investition von bis zu 80 Millionen Franken in Aussicht gestellt.
EMYA2027 zu Gast in Bern
Ein weiterer Höhepunkt im Museumsquartier steht bereits fest: Im Mai 2027 findet der Kongress der European Museum of the Year Award (EMYA) im Museumsquartier Bern statt. EMYA ist der wichtigste und prestigereichste Museumspreis Europas und zeichnet jährlich herausragende Qualität, Innovation und demokratische Werte von Museen in 45 europäischen Ländern aus.
Der renommierte Anlass bringt Fachleute aus ganz Europa zusammen und macht Bern für vier Tage zum internationalen Treffpunkt der Museumswelt. Ergänzend ist ein vielfältiges Programm für die Öffentlichkeit geplant.
Bereits im Sommer 2026 erwartet Besuchende im Museumsgarten ein vielfältiges Programm: Egal ob eine Outdoor-Ausstellung zum Thema Biodiversität, ein Theaterstück für Kinder oder ein lokales Craft Beer Festival - im Angebot ist für alle Interessen etwas dabei.
Neben externen Partnerschaften wie mit dem Tanzfest Bern im Mai oder dem GAIA Musikfestival im November stärkt das Museumsquartier weiterhin auch die institutionsübergreifende Zusammenarbeit. Eine wichtige Plattform hierfür ist die jährlich durchgeführte Projektbörse: An diesem internen Anlass präsentieren alle Institutionen ihre geplanten Ausstellungen und Veranstaltungen mit dem Ziel, Input der anderen Institutionen abzuholen und Kooperationsmöglichkeiten zu entwickeln.
Ein konkretes Resultat der Projektbörse ist etwa die im Frühjahr 2026 lancierte Rubrik "MQB-Stories" auf dem Onlineportal des PTT-Archivs und des Museums für Kommunikation. Bestände aus den elf Häusern werden auf der Plattform miteinander verknüpft und unterschiedliche Perspektiven nebeneinander sichtbar gemacht. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit von Mitarbeitenden aus mehreren Häusern entwickelt.